Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden
Auf dem Dorotheenstädischen Friedhof sind eine Vielzahl von Persönlichkeiten beigesetzt. Zudem bietet die Anlage herausragende Beispiele der Berliner Sepulkralkunst, die von bekannten Künstlern entworfen wurden.
Gedenkstätte für Tote des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. In der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 wurden Klaus Bonhoeffer, Hans Johan, Richard Kuenzer, Carl Adolf Marks, Wilhelm zur Nieden, Friedrich Justus Parels, Rüdiger Schleicher und Hans Ludwig Sierks wegen ihrer Beteiligung am Hitlerattentat erschossen. Sie haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Das Kreuz aus Eisenträgern wurde vom Bildhauer Fritz Kühn gefertigt.
An dieser Stelle befinden sich zusätzlich die Ehrengräber der drei Widerstandskämpfer, deren tatsächliche Bestattungsorte unbekannt sind. Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg (Oberpfalz) ermordet, Hans von Dohnanyi am 8. April 1945 im KZ Sachsenhausen und Justus Delbrück starb am 21. Oktober 1945 im sowjetischen Internierungslager Lieberose.
Die überlebensgroße Statue des Reformators stammt aus der Dorotheenstädtischen Kirche. Diese wurde 1943 durch einen Bombenangriff vollständig zerstört. Nur das Denkmal Luthers konnte vorher in Sicherheit gebracht werden. Es wurde vorübergehend in der Marienkirche am Alexanderplatz untergebracht und schließlich 1975 auf dem Hauptweg des Friedhofs aufgestellt.
Die Dorotheenstädtische Kirche war die erste Kirche der 1674 gegründeten Neustadt Cöllns und gleichzeitig die erste protestantische Kirche, die nach der Reformation in Berlin gebaut wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten 1943 schwere Bombentreffer das Gebäude und die Ruinen wurden 1965 beseitigt. Zur Kirchengemeinde gehörte der bekannte Dorotheenstädtische Friedhof, auf dem zahlreiche Berliner Persönlichkeiten beigesetzt sind.
1842 wurde der Kirchhof eingeweiht, der den Friedhof in der Chausseestraße ablöste. Dieser war wegen erheblicher Überbelegung schon vorher von Einschränkungen der Beisetzungen betroffen. Deshalb war der neue Begräbnisplatz nur für die Mitglieder der Gemeinde bestimmt.
Der Mauerbau trennte schließlich den Friedhof von der Gemeinde in Mitte.
Dietrich Bonhoeffer (* 4. Februar 1906 in Breslau; † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg) war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.