Der jüdische Friedhof Weissensee ist mit 115.000 Grabstellen der größte jüdische Friedhof Europas. Das 42 Hektar große Gelände ist mit Alleen durchzogen und weist kulturhistorische bedeutende Grabmäler, Grüfte und Mausoleen auf. Seit 1880 wird der Friedhof genutzt und zahlreiche jüdische Persönlichkeiten sind hier bestattet. Ebenso jüdische Soldaten aus dem 1. Weltkrieg, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Asche von ermordeten Menschen aus Konzentrationslagern.
In Erinnerung an die Opfer der Shoa befindet sich im Eingangsbereich eine Gedenkstätte. Am 27. Januar 1992 wurde hier eine Urne mit Asche aus Auschwitz aufgestellt, um an die Ermordeten jüdischen Menschen zu gedenken, die kein Grab erhalten haben.
Etwa 300 Urnen mit Asche von Ermordeten aus verschiedenen Konzentrationslagern sind um die Gedenktafel bestattet. Diese hatten Angehörige gegen Bezahlung aus den Vernichtungslagern erhalten.
Eine Besonderheit ist ein Grab für Thora-Rollen, welches sich im Grabfeld Ia direkt am Eingang befindet. Hier sind Gesetzesrollen begraben, die im Novemberpogrome 1938 geschändet wurden oder die auf dem Friedhof versteckt waren und bei Bombenangriffen zerstört wurden.
Nach jüdischem Ritus begräbt man Thora-Rollen und andere sakrale Gegenstände mit der gleichen Würde, wie man Menschen bestattet.
Das Grabmal der Familie Aschrott aus rotem Granit wurde 1915 von Bruno Schmitz für Sigmund Aschrott entworfen. Der Kaufmann und Bankier war 1887 von Kassel nach Berlin gezogen und hatte hier zahlreiche Ehrungen erhalten.