Als Antisemitismus wird meist ganz allgemein das Phänomen der Ablehnung und Bekämpfung von Juden aus rassischen, religiösen oder sozialen Motiven bezeichnet. Dies hat zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten jeweils eigene Schwerpunkte. Im Mittelalter war der religiös motivierte Antijudaismus des Christentums vorherrschend. Später kam es zu einem rassisch motivierten, pseudo-biologischen Antisemitismus, der seinen Höhepunkt im furchtbaren Ereignis der Shoa (Holocaust) fand. Auch in der Gegenwart gibt es noch zahlreiche Vorfälle von Antisemitismus, die entweder offen zur Schau gestellt werden oder aber unterschwellig in der Bevölkerung vorhanden sind.
Die Fenster zeigen die Lebens- und Wirkungsgeschichte des ‚Antichristen‘. Zahlreiche Legenden rankten um diese Gestalt und vermischten sich mit biblischen Schilderungen. Er ist der Gegenspieler Christi, der vor dem Jüngsten Gericht auftritt und Verderben über die Menschheit bringt, während die gläubigen Christen gerettet werden. Sein Erscheinen ist Vorbote des kommenden Endes der Welt.
Erst beim II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) erkannte die katholische Kirche offiziell das Judentum und ihre Verbundenheit mit dem jüdischen Volk an und kehrte sich so von der Judenfeindschaft ab. Angesichts der jüdischen Leidensgeschichte in den Ländern des Christentums und insbesondere in Deutschland, dem Land des Holocaust, erkennen wir heute schmerzlich den letzten tödlichen Beitrag unserer Sprach- und Bildsymbolik. Wir sehen in diesen Darstellungen einer sich triumphalistisch gebenden und nach Macht strebenden Kirche Dokumente unserer eigenen Blindheit und unseres Versagens.
Die Marienkirche geht zurück auf einen Kirchbau im 13. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört, erhalten blieben die berühmten Glasfenster aus der Zeit von 1360 bis 1370. Sie sind seit 2007 wieder an der ursprünglichen Stelle im Chorraum zu sehen. Selten ist die Darstellungen der 'Antichrist'-Legende.
Das Denkmal erinnert an die Hinrichtung von 38 Juden am 19. Juli 1510 nach einem "Hostienschändungsprozess". Das ganze Verfahren wurde dann auch zugleich genutzt, um Juden aus der Mark Brandenburg zu vertreiben.
Die älteste Gemeindesynagoge Berlins wurde von 1712-1714 im damaligen Marienviertel von Alt-Berlin erbaut. Während der Pogromnacht 1938 blieb sie weitgehend unbeschädigt, wurde dann aber im 2. Weltkrieg zerstört und später abgerissen.
Die St.-Marien-Liebfrauen-Gemeinde wurde 1895 als Tochtergemeinde von St.-Michael-Gemeinde gegründet. Der Bau einer neuromantischen Kirche begann 1904 in der Wrangelstraße inmitten von Mietskasernen. 1993 wurde das Gebäude umfassend renoviert und mit zeitgenössischen Kunstwerken ausgestattet. Der nach dem Mauerbau abgetrennte Kreuzberger Teil der Michael-Gemeinde fusionierte 2000 mit der St.-Marien-Liebfrauen-Gemeinde.
Schon bei der Gründung war der Stadtteil ein sozialer Brennpunkt und nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte die Gemeinde ihre Arbeit mit den Schwachen in der Gesellschaft und mit Zuwanderern.
An der Stelle der ehemaligen Synagoge Levetzowstraße steht heute ein Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation und Ermordung jüdischer Bürger während des Nationalsozialismus. Bodenplatten zeigen die 36 Berliner Synagogen vor der Shoa, von denen der größte Teil aus dem Stadtbild verschwunden ist.
Am 27. Februar 1943 fand in der Rosenstraße vor dem Gebäude der ehemaligen Behörde für Wohlfahrtswesen und Jugendfürsorge der Jüdischen Gemeinde die größte Protestbewegung während des Nationalsozialismus statt. Hier waren größtenteils Ehepartner und Kinder von Nichtjuden für die Deportation interniert.
Das Mahnmal erinnert an die ermordeten Juden Europas, die während der nationalsozialistischen Herrschaft getötet wurden. 2005 wurde die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands eingeweiht. Sie besteht neben dem Stelenfeld aus einem unterirdischen Ort der Information.
Das Mahnmal gegenüber der zerstörten Synagoge am Lindenufer 12 erinnert an die jüdischen Bürger von Spandau, die während des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert oder getötet wurden.
Die Synagoge in der ehemaligen Lindenstraße wurde während des Novemberpogroms 1938 stark beschädigt und am Ende des 2. Weltkriegs durch Bomben zerstört. Sie gehörte zu den ersten großen Berliner Synagogen, deren Bauweise sich bewusst den Zeittendenzen der Architektur anzupassen versuchte.
Das Museum und Gedenkstätte Sachsenhausen zeigt die Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen während des Nationalsozialismus und die anschließende Nutzung als Speziallager durch die sowjetische Armee.
Bereits in der DDR wurde das Gelände als Denkmalanlage gestaltet und im Sinne der sozialistischen Propaganda hergerichtet.
Seit 1993 wird das ehemalige Lager unter einer neuen Konzeption als Gedenkstätte gegen Krieg und Terror genutzt und mit unterschiedlichen Ausstellungen versehen.