Das Stadtbild Berlins hat sich durch die Jahrhunderte immer wieder verändert. Besonders auffallend sind und waren in der Silhouette der Stadt natürlich die hohen Türme der Kirchen. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs sind eine Reihe von Kirchen verschwunden. Einige wurden in veränderter Form wieder aufgebaut, andere wurden abgerissen und beseitigt. Aber auch schon in den vergangenen Jahrhunderten sind immer wieder Kirchen aufgrund von städtebaulichen Maßnahmen verschwunden.
Die Franziskaner-Klosterkirche war bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten mittelalterlichen Bauwerke Berlins. Das von den Franziskanern gegründete Kloster wurde nach der Reformation als Gymnasium 'Zum Grauen Kloster' wiedereröffnet in dem eine große Zahl bekannter Lehrer und Schüler tätig waren.
Vermutlich anfang des 13. Jahrhunderts wurde die älteste Pfarrkirche von Cölln erbaut. Durch die Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Neubauten. Ein Blitzschlag zerstörte 1739 den unvollendeten Turm und nach verschiedenen Bränden mußte die Kirche mehrmals wieder aufgebaut werden. 1945 zerstörte schwerer Beschuß die St. Petrikirche endgültig.
Das Heilig-Geist-Spital wurde im 13. Jahrhundert erbaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder umgebaut. Es diente der Alten- und Krankenpflege. 1825 wurde das Spitalgebäude abgerissen und nur die gotische Kapelle blieb erhalten. Im Inneren kann man noch die alten Stützpfeiler und Halbstatuen von Propheten und Engeln besichtigen.
Die Gertraudenkirche wurde vor den Toren der Stadt 1411 zusammen mit dem dazugehörigen Hospital erbaut. Nach dem Umzug des Hospitals wurde 1881 die Kirche aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen. An Kirche und Hospital erinnert ein Standbild der Heiligen Gertraude an der Gertraudenbrücke am Spittelmarkt.
An die alte Jerusalemer Kirche erinnert heute nur noch der im Straßenboden eingelassenen Umriss des Gebäudes und eine Informationssäule an der Rudi-Dutschke-Straße, Ecke Axel-Springer-Straße. Währende der Bombenangriffe 1945 wurde die Kirche zerstört und schließlich 1961 gesprengt. Ein Teil des Axel-Springer-Verlagshauses befindet sich heute an der Stelle des alten Gebäudes.
Zum Berliner Schloss gehörte auch eine Hofkirche, die bald zur Domkirche erhoben wurde. Nach der Reformation wurde das Domkapitel aufgelöst und die Kirche zur obersten Pfarrkirche Cöllns. 1750 wurde der neue Dom am Lustgarten eingeweiht und der alte Bau abgerissen.
Die Dorotheenstädtische Kirche war die erste Kirche der 1674 gegründeten Neustadt Cöllns und gleichzeitig die erste protestantische Kirche, die nach der Reformation in Berlin gebaut wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten 1943 schwere Bombentreffer das Gebäude und die Ruinen wurden 1965 beseitigt. Zur Kirchengemeinde gehörte der bekannte Dorotheenstädtische Friedhof, auf dem zahlreiche Berliner Persönlichkeiten beigesetzt sind.
An der Alten Jacobstraße stand seit 1695 die ursprüngliche 'Kirche der Cöpenicker Vorstadt', die mehrmals im Lauf der Jahrhunderte ihren Namen wechselte. Die Zerstörung der Luisenstadt im Zweiten Weltkrieg traf auch das Kirchengebäude. Die Überreste wurden 1964 abgerissen.
Ursprünglich war die Garnisonkirche für die Soldaten der Berliner Garnison errichtet worden. Mehrmals wurde sie durch Unglücksfälle zerstört, aber immer wieder aufgebaut. 1943 wurde die Kirche durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Die Ruinen wurden 1960 beseitigt und heute erinnert nur noch der Garnisonkirchplatz am Hackeschen Markt und das Pastorenhaus im der Anna-Louisa-Karsch-Straße an das Kirchengebäude.
Die Dreifaltigkeitskirche stand bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg an der Ecke Mohrenstraße / Mauerstraße. Kurz nach der Bethlehemskirche erbaut, bildeten beide Kirchen durch ihre Lage und Aussehen jeweils ein Gegenüber.
An der Dreifaltigkeitskirche waren eine Reihe von bekannten Predigern tätig, unter anderem Friedrich Schleiermacher und Dietrich Bonhoeffer.
An die Kirche erinnert heute nur noch ein Umriss im Pflaster und ein nahegelegenes Pfarrhaus.
Die Böhmische- oder Bethlehemskirche wurde ab 1735 erbaut und stand am Bethlehemkirchplatz. Sie wurde bei Bombenangriffen auf die Friedrichstadt 1943 schwer getroffen und 1963 abgerissen. Auf dem Platz erinnert ein in den Boden eingelassener Grundriss an den Standort des Kirchengebäudes.
Die Sankt-Michaels-Kirche ist eine der ältesten katholischen Kirchen Berlins. Ab 1851 in der Schinkel-Schule erbaut, wurde sie während des 2. Weltkriegs erheblich beschädigt. Teile der Kirche wurden als moderner Kirchenraum für Gottesdienste restauriert. Die Gemeinde gehört aber zur Domgemeinde St. Hedwig. Die wechselhafte Geschichte der Kirche und der Gemeinde ist ein eindrucksvolles Zeugnis der bewegten Stadtgeschichte Berlins.
Das 1858-1874 in der Oranienburger Straße erbaute Domkandidatenstift diente der theologischen Ausbildung. Das Gebäude besaß eine reich ausgestattete Kapelle für Gottesdienste. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zerstört und 1972 abgerissen.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es eine relativ große englische Gemeinde in Berlin. Seit 1885 stand für die Gottesdienste im Park des Schloss Monbijou eine neu Kirche zur Verfügung. Die St. George’s Church war als einzige englische Kirche in Berlin während des Ersten Weltkriegs geöffnet. Bombenangriffe zerstörten Schloss und Kirche am Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, allerdings kurz danach wiederhergestellt und ab 1950 für Gottesdienste genutzt. Mit dem Bau der Berliner Mauer lag die Kirche auf dem Grenzstreifen und war nicht mehr zugänglich, bis das Gebäude 1985 gesprengt wurde. Heute befindet sich an der Stelle die Kapelle der Versöhnung.
Auf dem Gelände des Invalidenparks wurde im 18. Jahrhundert ein Heim für die kriegsversehrten Soldaten errichtet, die den umliegenden Park bewirtschafteten. Auf dem Gelände stand später die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiserin Augusta-Gnadenkirche.
Nach der Wiedervereinigung wurde die freie Fläche zu einem Park umgestaltet, auf dem das Denkmal „Versunkene Mauer“ an die wechselhafte Geschichte des Ortes erinnern soll.
Die seit 1896 bestehende Lazarus-Kirchengemeinde begann schon bald den Bau einer eigenen Kirche, die 1907 eingeweiht wurde. Die Lazaruskirche an der Ecke Kadiner Straße / Grünberger Straße (damals Romintener Straße) wurde schon bald als der 'Dom des Ostens' bezeichnet. Bei einem Bombenangriff am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche jedoch stark zerstört und bald darauf abgerissen.