Die von Martin Luther befürwortete Auflösung der Klöster führte zu erheblichen sozialen Problemen in der Gesellschaft. Die Armen- und Krankenversorgung musste neu geregelt werden, aber auch die Klosterschulen bedurften einer Umwandlung. Gleichzeitig kamen viele Reformatoren vom Humanismus her und prägten die jeweiligen theologischen Entwürfe.
Philipp Melanchthon, ein enger Freund und Mitarbeiter Luthers, formte das evangelische Bildungswesen in Universitäten und Schulen und trug damit zur enormen Kulturbedeutung der Reformation bei. Seine Konzepte beeinflussten schließlich auch die Entwicklung in Berlin und dem Kurfürstentum Brandenburg.
Die Franziskaner-Klosterkirche war bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten mittelalterlichen Bauwerke Berlins. Das von den Franziskanern gegründete Kloster wurde nach der Reformation als Gymnasium 'Zum Grauen Kloster' wiedereröffnet in dem eine große Zahl bekannter Lehrer und Schüler tätig waren.
Die im 14. Jahrhundert erbaute Nikolai-Kirche ist das prägendste Bauwerk der Spandauer Altstadt. 1539 trat hier Kurfürst Joachim II. zum lutherischen Bekenntnis über.
In der Kirche befinden sich eine Reihe von wichtigen Sakralkunstwerken und Gemälden. 1995-96 wurde das Gebäude umfassend renoviert und eine neue Orgel eingebaut.
Über 35 Jahre regierte Joachim II. als Kurfürst in Brandenburg. Er war für die Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg und damit auch in Berlin verantwortlich. Außerdem sorgte er für aufwendige Bautätigkeiten innerhalb und außerhalb der Stadtmauern.