Das christliche Osterfest und das jüdische Pesach sind eng miteinander verknüpft. Ostern als das älteste christliche Jahresfest wurzelt im alttestamentlich-jüdischen Pesach.
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Im Judentum wird mit dem Pesach vom 15. bis 22 Nissan an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten gedacht (Exodus 12). Zahlreiche Symbole und Elemente während der Feier nehmen Bezug auf diese Erzählung. Zentral ist dabei der Sederabend in der Familie, der nach einem besonderen Verlauf stattfindet (Haggada) und währenddessen die gesamte Geschichte nacherzählt wird. Beispielsweise verdeutlichen die Mazzen den ungesäuerten Brotteig, der in der Eile des Aufbruchs mitgenommen wurde und ein Schälchen mit Salzwasser die Tränen der Israeliten, die in Ägypten vergossen wurden.
Nach den neutestamentlichen Überlieferungen fanden Kreuzigung und Tod Jesu (Karfreitag) und die anschließende Auferstehung (Ostersonntag) in der Pesachwoche statt. Das letzte Abendmahl (Gründonnerstag) ist nach der Darstellung der Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) ein Pesach-Abend. Einzig das Johannes-Evangelium verortet die Kreuzigung am Tag vor dem Pesach (14.Nissan), zur der Zeit an dem die Pesach-Lämmer im Tempel geschlachtet worden, vermutlich um eine Parallele zum Tod Jesu herzustellen.
Im Laufe der Kirchengeschichte kam es zum Streit über den Termin des Osterfestes. Während sich die ‚römische‘ Seite grundsätzlich für den Sonntag als Tag des Osterfestes aussprach, wählten die kleinasiatischen Gemeinden den 14. Nissan in Anlehnung an die jüdische Pesach-Zählung, so dass Ostern jedes Jahr an einem anderen Wochentag gefeiert wurde. In diesem Streit zeigt sich die Loslösung des Christentums vom Judentum und erst 325 wurde auf dem Konzil von Nicäa festgelegt, dass Ostern auf den Sonntag nach dem Vollmond der Frühlings Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) fällt, also in einen Zeitraum zwischen dem 22. März und 25. April.
Losgelöst vom historischen und zeitlichen Aspekt ist in der christlichen Kirche auch eindringlich um das Verständnis von Tod und Auferstehung Jesu gerungen worden, da sich hier der zentrale Bestandteil des christlichen Glaubens widerspiegelt. Die Beziehung von Leidens- und Lebenserfahrung bilden einen wesentlichen Grund der Sinnfragen des menschlichen Lebens. In Verbindung von Tod und Auferstehung wird die christliche Antwort deutlich. Hier wird Gottes Heilshandeln in der Welt offenbar und ermöglicht damit nicht nur ein Verständnis der Gegenwart, sondern eröffnet auch ein auf die Zukunft gerichtetes Leben.
Foto: Altarbild der Friedenskirche Grünau
Das Altarbild vom letzten Abendmahl wird von zwei Davidsternen gerahmt, welche damit auf den Zusammenhang von Christentum und Judentum verweisen.