Der Altar bietet das Zentrum auf den die Kirchen ausgerichtet sind. Über die Jahrhunderte haben sich die Altäre vom einfachen Holztisch zu prächtig ausgestalteten Hochaltären entwickelt. Ursprung ist die antike Opferstätte, auf der der Gottheit ein Opfer dargebracht wurde (lat. altare=adolare – verbrennen). Die Idee des Opfers hat sich in der katholischen Theologie in Form des Messopfergedankens bewahrt. In den protestantischen Konfessionen wird diese Vorstellung allerdings strikt abgelehnt.
Vor der Reformation wurden Altäre über den Gräbern von Märtyrern errichtet. Dort wo es keine Märtyrergräber gab, wurden Körperteile oder andere Reliquien von Märtyrern im Altar aufbewahrt. Im Laufe der Zeit wurden in einer Kirche auch mehrere Altäre aufgestellt. Die Kirchen der Reformation lehnten die Märtyrerverehrung dagegen strikt und entfernten alle Reliquien aus ihren Kirchen.
Als heiligste Stätte ging vom Altar schon immer eine besondere Wirkung auf die Menschen aus. Er steht für die unmittelbare Gegenwart Gottes bei den Menschen. Ganz gegenständlich hat sich dies in Form der Schutzfunktion bis in die Neuzeit erhalten.
Die Bezeichnung ‚Tisch des Herrn‘ verdeutlicht die die gemeinsame Abendmahlsfeier. Die Mahlgemeinschaft geht auf die letzte Feier Christi mit seinen Jüngern zurück, ist zugleich auch ein häufiges biblisches Motiv, das die Verbundenheit Gottes mit den Menschen symbolisiert.
Zahlreiche Gegenstände befinden sich auf dem Altar. Meistens gehört eine Bibel, ein Kreuz und Kerzen zum Inventar. Eine Stoffdecke zeigt durch Farbe und Muster die Kirchenjahreszeit an.