Seit dem 13. Jahrhundert verband sich die Mariendarstellung auch mit dem Thema des Mantelschutzes, einem mittelalterlichen Rechtsakt, bei dem eine höhergestellte Persönlichkeit die zu schützende Person unter den Mantel barg. Dies verdeutlichte den vollzogenen Rechtsakt und wurde beispielsweise bei der Adoption von Kindern angewandt (Mantelkinder). In der christlichen Bildsymbolik entwickelte sich schließlich die Schutzmantelmadonna als feste Figur, welche die zu schützenden Personen unter ihrem Mantel sammelt. Im Bodemuseum steht eine Marienstatue aus Lindenholz, die aus der Liebfrauenkirche in Ravensburg stammt und um 1480 geschaffen wurde. Die unter dem Mantel der Maria versammelten Menschen geben ein plastisches Bild der mittelalterlichen Gesellschaft.